Grundsteinlegung für den Neubau eines Schulgebäudes für die „Städtische Realschule erster Ordnung“, die 1872 gegründet worden war und 1884 zum Städtischen Realgymnasium wurde.
Einweihung des im Neorenaissancestil erbauten Schulkomplexes.
Die zu Michaelis 1877 gegründete Landwirtschaftliche Winterschule nutzte mehrere Unterrichtsräume im Hause und begründete damit die bis heute anhaltende Tradition der landwirtschaftlichen Ausbildung in unserem Schulgebäude.
Der Deutschen Gerberschule wurden mehrere Zimmer für Unterrichtszwecke zur Verfügung gestellt.
Ostern 1930 wurde das Realgymnasium mit dem Gymnasium vereinigt zum „Gymnasium Albertinum“. Gleichzeitig kam es zur Abspaltung der Höheren Mädchenschule vom Gymnasium. Sie wurde als „Städtische Höhere Mädchenschule mit dreijähriger Frauenschule“ selbständig im Schulgebäude Turnerstraße 5 weitergeführt.
Nutzung als „Städtische Oberschule für Mädchen – hauswirtschaftliche Form“
In den Wirren des 2. Weltkrieges wurde die Schule sehr oft als Ausweichquartier z.B. für Klassen aus Hamburg, Bremen oder Osnabrück verwendet, die vor feindlichen Luftangriffen fliehen mussten. Die Schule wurde zeitweise Flüchtlingslager und Hilfslazarett und wurde nach Kriegsende schließlich von der sowjetischen Besatzungsmacht genutzt.
Die Sowjetische Kontrollkommission gestattete die Freigabe des Gebäudes zur Nutzung für die Berufsbildung.
Die ersten Berufsschüler waren 471 Hauer- und Hüttenwerkerlehrlinge. Kurz darauf wurden zudem Berufe aus folgenden Fachbereichen im theoretischen Unterricht ausgebildet: Landwirtschaft, Leder, Textil, Bekleidung, Gesundheitswesen, Friseure, aber auch Jugendliche ohne Beruf.
Die Berufsschule Freiberg Turnerstraße trägt fortan den Namen „Allgemeine Berufsschule Freiberg“.
In diesem Jahre erfolgte die Umbenennung in „Kommunale Berufsschule II“.
Umbenennung in Kommunale Berufsschule „Bruno Siegel“.
Nach der politischen Wende wird die Einrichtung als Staatliche Berufsschule „Bruno Siegel“ weiter geführt.
Umbenennung in „Haus- und landwirtschaftliche Berufsschule Freiberg“.
Unter Berücksichtigung der Auflagen des Denkmalschutzes erfolgte mit dem Schuljahr 1992/93 die vollständige Rekonstruktion des gesamten Gebäudes, was sich in einem desolaten, baulichen Zustand befand. Gleichzeitig wurden eine Reihe von Fachkabinetten für die Durchführung des fachpraktischen Unterricht errichtet, wie z.B. Lehrküchen, Lehrrestaurant, Lehrbäckerei, Holz- und Metallwerkstatt, Agrarwerkstatt, Laborräume, Floristik- und Friseurkabinett sowie ein Computerfachraum. Dies wurde erforderlich durch die neue Art der Berufsausbildung in der BRD, die nun auch Praxisunterricht an den Berufsschulen verlangte.
Mit der Übernahme des Berufsausbildungsgesetzes der Bundesrepublik Deutschland in Sachsen wurden die beruflichen Schulen neu profiliert. Im Rahmen dieses Prozesses erfolgte die Umwandlung der Berufsschule in das “Berufliche Schulzentrum für Ernährung, Haus- und Agrarwirtschaft“.
Dem Beruflichen Schulzentrum wurde die Berufsbildende Förderschule als Schulteil angegliedert. Fortan existiert das BSZ unter dem Namen „Berufliches Schulzentrum für Ernährung, Hauswirtschaft und Agrarwirtschaft mit Schulteil Berufsbildende Förderschule“. Die bis dato eigenständige Berufsbildende Förderschule war von 1961-1992 bereits in den Räumen des Gebäudes Turnerstraße 5 untergebracht, zog dann aber zum St. Niclas Schacht 1 und später im Zuge der Zusammenführung der beiden Schulen in das Gebäude auf der Bergstiftsgasse 1, wo sie sich als Außenstelle noch immer befindet.
Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen. (B. Franklin)